Smartphone-Testberichte zu aktuellen Modellen

LG Google Nexus 5 Test

Die Google-Nexus-Reihe stand bislang für Spitzentechnologie, neueste Software und faire Preise. Im Praxistest stellen wir das neue Smartphone-Flaggschiff Nexus 5 vor, das erneut in Kooperation mit dem Technikriesen LG entstanden ist.

Dem erneut enormen Preis-Leistungs-Verhältnis und der exklusiven Verwendung des brandaktuellen Betriebssystems Android 4.4 geschuldet, war das Google Nexus 5 in den ersten Wochen nach dem Erscheinungstag stets ausverkauft bzw. mit langen Auslieferungszeiten verbunden. Grund: Google hat sich vorbehalten, das Gerät zunächst ausschließlich online über seinen eigenen Online-Shop „Play Store“ zu vertreiben und konnte dementsprechend das Angebot verknappen. Mittlerweile ist das Handy zum Glück auch bei anderen Läden frei erhältlich in den Versionen 16 und 32 GB. Aufrüstbar ist das Nexus leider nicht, denn auf einen SD-Speicherkartenslot wurde verzichtet.

Design und Handhabung
Minimalismus wird bei Googles neuem Flaggschiff groß geschrieben. Das Design ist außerordentlich schlicht gehalten und obwohl nicht wie bei HTC Aluminium, sondern weiterhin Plastik genutzt wird, ist die Verarbeitung insgesamt absolut hochwertig. Die Rückseite ist wahlweise matt schwarz oder weiß, mit großem stylischen „Nexus“-Branding und gummierter, angenehm griffiger Oberfläche. Links oben befindet sich die Kamera mit LED-Blitz etwas überstehend, so dass das Handy nicht achtlos auf unebenen, scharfkantigen Böden platziert werden sollte. Vorne dominiert das riesige Display, auf mechanische Knöpfe wurde vollständig verzichtet. An der linken schmalen Seite befinden sich zwei Buttons zur Lautstärke-Einstellung, während rechts der obligatorische Start/Homebutton liegt. Der Druckpunkt dieser Tasten ist nicht perfekt, dafür bestehen sie aus hochwertiger Keramik. Ebenfalls an der Seite angebracht ist ein winziger Schuber für die micro-SIM-Karte, der sich lediglich mit einem speziellen Stift öffnen lässt, so dass die Karte im täglichen Gebrauch geschützt ist. Unten am Handy befinden sich zwei recht ordentliche Lautsprecher und mittig die Lade-Steckerbuchse. Mit 130 Gramm ist das vergleichsweise riesige Handy noch angenehm leicht und lässt sich zumeist auch mit einer Hand bedienen. In der Hemdtasche nimmt das Nexus dann jedoch etwas zu viel Platz ein.

Prozessor und Leistung
Der verbaute 2,3 Gigahertz Snapdragon-800-Prozessor mit vier Rechenkernen von Qualcomm gehört zum Nonplusultra auf dem Smartphone-Markt. Er beschleunigt zusammen mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher Anwendungen und Spiele zu Höchstgeschwindigkeit. Da ruckelt nichts, da hakt nichts. Per W-Lan lädt das Nexus im Browser Internetseiten in Sekundenbruchteilen, was das Surfen zum puren Vergnügen macht.

Display und Akku
Das riesige 4,96-Zoll-Display löst in Full-HD (1920×1080 Bildpunkten) auf und zaubert somit einen Augengenuss aufs eigene Smartphone. Helligkeit (über 400 Candela pro Quadratmeter) und Kontrast sorgen für gestochen scharfe und hochauflösende Bilder mit 445 Pixel per Inch in jeder Lichtsituation. Der Blickwinkel geht mit knapp 170 Grad absolut in Ordnung. Geschützt wird das Display durch Gorilla Glas 3, was für kratzfesten Multitouch sorgt. Soviel optischer Luxus frisst natürlich auch dementsprechend Leistung: Der 2.300 mAh starke Akku hält bei moderater Nutzung jedoch einen kompletten Arbeitstag durch, was normalen Smartphone-Benutzern absolut ausreichen sollte. Der Akku ist fest verbaut und lässt sich nicht entnehmen oder austauschen, das Ladegerät sollte also lieber einmal zu oft als einmal zu wenig mitgenommen werden. Praktisch: Der Steckdosenanschluss lässt sich ganz leicht abkoppeln, so dass nur ein Kabel mit USB-Adapter übrig bleibt, den man sofort für den Anschluss an den eigenen Laptop oder PC nutzen kann.

Software und Multimedia
Ein Alleinstellungsmerkmal des Nexus 5 ist die exklusive Verwendung des neuesten Android Betriebssystems. Damit ist es das erste Smartphone, das Android 4.4 KitKat benutzt. Beim täglichen Gebrauch fallen schnell die aufgeräumteren Menüs und das blitzschnelle Scrollen auf. Die Software ist darüber hinaus angenehm „entschlackt“ d.h. ohne Zusatzapps, die Hersteller gern draufpacken. Auch wenn keine Siri-Funktion wie bei Apple vorhanden ist, gibt es dennoch die Möglichkeit, per Sprachbefehl die Suche „Google Now“ aufzurufen, was in der Praxis auch hervorragend klappt.
Die oben angebrachte 3,5-mm-Kopfhörerbuchse sorgt für guten Musikklang, die passenden Kopfhörer muss man jedoch noch selbst dazukaufen, im Lieferumfang sind keine enthalten. Von den dürftigen Equalizer-Einstellungen sollte man jedoch zunächst die Finger lassen, die Ergebnisse verzerren in den meisten Fällen das Hörvergnügen.

Kamera
LG und Google verbauen auf der Rückseite eine 8 Megapixel Kamera, die die Bilder zwar recht fix knipst, dann jedoch einen Tick zu lange braucht, um die Fotos abzuspeichern. Die Qualität geht für eine Handykamera in Ordnung, per „HDR+“-Funktion lassen sich sogar beachtliche Ergebnisse erzielen. Vorraussetzung ist lediglich eine ausreichende Umgebungsbeleuchtung und eine ruhige Hand. Full-HD Videos sind ebenfalls möglich, verbrauchen jedoch auch eine Menge (nicht aufrüstbaren) Speicherplatz. Die Frontkamera löst mit 1,3 Megapixeln auf.

Technische Daten (Auszug)

Prozessor2,3 Gigahertz Quadcore Snapdragon-800-Prozessor
Arbeitsspeicher2 GB RAM
Speicher16 GB oder 32 GB fest verbaut
DisplayFull HD IPS / 12,6 Zentimeter (5,0 Zoll) / 1080 x 1920 Pixel / 445 ppi
Digitalkamera8 Megapixel-Kamera (3.264 x 2.448 Pixel)
DatenübertragungBluetooth 4.0, WLAN 802.11 a/b/g/n, HSDPA, LTE
Akkuleistung2300 mAh
Gewicht130 Gramm
BetriebssystemAndroid 4.4 KitKat
Abmessungen138 x 69 x 9 Millimeter

Fazit:
Ein riesiger Full-HD-Bildschirm, der schnellste Vierkern-Prozessor auf dem Markt, das aktuellste Android 4.4 Betriebssystem und schlichte, hochwertige Verarbeitung: Für unter 400 Euro bekommt man solch ein Smartphone-Paket nirgendwo anders. Wer auf erweiterbaren Speicher verzichten kann (16 oder 32 GB fest verbaut), sowie einen fest verbauten Akku und kaum Lieferumfang verschmerzen kann, der macht mit dem LG Google Nexus 5 nichts falsch.


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