Smartphone-Testberichte zu aktuellen Modellen

HTC One Testbericht

Das HTC One ist sowohl optisch als auch technisch ein kleiner Meilenstein in der Mobiltelefongeschichte. Die Verarbeitung des Gehäuses ist nahezu perfekt und muss sich vor den Konkurrenten aus dem Hause Samsung oder Apple ganz und gar nicht verstecken. Knapp fünf Zoll Full-HD Display und hochmoderne Technik im Innern sprechen für den Boliden der „High Tech Computer Corporation“ aus Taiwan.

Design & Verarbeitung

Das exzellent verarbeitete Aluminiumgehäuse fühlt sich trotz einer Länge von 13,7 Zentimeter nicht klobig an, sondern liegt sich angenehm komfortabel in der Hand und ist insgesamt absolut hochwertig verarbeitet. Das Handy ist wahlweise in Schwarz oder im silbernen Alu-Look erhältlich Dabei kommt es genau auf die Wölbung des Wunderdings an. Umrahmt wird das Gehäuse von zwei Lautsprechern oben und unten, die gemeinsam in Querformat für Stereo-Sound sorgen und somit auch ein kleines Highlight in der Smartphone-Generation sind. Auch ein großer Vorteil: Die Speaker sind dem Nutzer zugerichtet und nicht auf der Rückseite, was das Sehen von Videos und Hören von Musik auf dem Lautsprecher gut ermöglicht. Das beatsaudio ist nur ein weiteres Plus, was eine ungewohnt gute Qualität des Handylautsprechers herbeiführt.

Genauso wie auch bei iPhones üblich, kann man beim HTC One den Akku nicht herausnehmen, er ist fest im Handy verklebt. Dem Hersteller zufolge reicht die Leistung mit 2.300 Milliamperestunden für 440 Stunden Standby, also ca. 18 Tage – Ein ordentlicher Wert. Externe Speicherslots, wie zum Beispiel ein Micro-SD-Slot, sucht man hier ebenso vergeblich. Der 32 GB großer interner Speicher (abzüglich des Betriebssystems bleiben nur ca. 25 GB übrig) oder alternativ 64 GB müssen hier reichen. Wer also viel und gerne fotografiert, filmt und Musik hört, wird sich schwer tun mit so wenig Speicher. Dafür gibt es ja sogenannte Clouds wie etwa Dropbox, wo weitere 25 GB zur Verfügung stehen. Bleibt also festzuhalten: Wie beim iPhone wäre ein Speicherkartenslot wünschenswert gewesen.

Das große Manko, was auch bei iPhone gerne des Öfteren ein Problem darstellt, ist der Fakt, dass die im Innern verbauten Antennen durch das Aluminium-Gehäuse teils erhebliche Schwierigkeiten mit der Verbindung zum Mobilfunksignal haben. Deshalb hat der taiwanesische Hersteller schon Kunststoff an den Seitenelementen verbaut. Das HTC One hat es trotzdem vor allem bei GSM-Netzen schwer und kämpft hier damit, sich mit den Funkzellen zu verbinden und dann auch in Verbindung zu bleiben. Bei UMTS-Netzen ist dies alles kein Problem mehr für den kleinen Wunderling und er schafft es sogar ein Samsung S3 in den Schatten zu stellen.

Leistung

Der Prozessortyp ist gegenwärtig einer der Besten, wenn nicht der Beste: Der Qualcomm Snapdragon 600. Er hat vier Prozessorkerne und taktet pro Kern 1,7 GHz. Der knapp zwei Gigabyte große RAM ist auch an der guten CPU-Leistung beteiligt. Die Performance ist in der Praxis eine Wucht: Ohne Ruckler rast das Betriebssystem von App zu App, von Menü zu Menü.

Das 4,7 Zoll große Display löst in der Full-HD-Auflösung von 1920×1080 Bildpunkten auf. Die 468 Pixel pro Zoll (das sind fast 40 Prozent mehr als beim Retina-Display des iPhone 5) sorgen für eine glasklare Schärfe und ein angenehmes Blickgefühl. Auch bei hellem Tageslicht bleibt alles stets einwandfrei ablesbar ohne großartige Reflexionen. Bei automatischer Helligkeitseinstellung ist die Helligkeit perfekt abgestimmt und die Augen ermüden nicht schnell bei langer Nutzung. Der Kontrast wirkt unabhängig vom Blickwinkel sehr natürlich und ergiebig.

Zusätzlich dazu muss noch gesagt werden, dass das Android Betriebssystem Jellybean in das HTC eingearbeitet wurde, aber die Sense 5-Oberfläche dazukommt. Blinkfeed ist unserer Meinung nach eher ein nerviges Unterfangen, nicht ständig möchte man News aus aller Welt „gefeeded“ bekommen. Wir finden, dass es ein Akkufresser ist, der jedoch schön anzusehen ist. Wer das nicht möchte, der kann das „verstecken“ und sich einen anderen Home-Bildschirm einstellen. Trotz allem: HTC verpackt mit der Sense Oberfläche die nervigen, und oftmals überfordernden Symbole und liefert ein einfach verständliches Oberflächensystem.

Ausstattung

Die Kamera hat uns ein wenig enttäuscht: Die Bilder, die entstanden sind, sind zwar hell und haben eine satte Farbe, jedoch sind sie fast unzuschneidbar und verlieren, wenn man sie heranzoomt einiges an Qualität. Die „Ultrapixel“ wie HTC ihre 4 Megapixelkamera genannt hat, sind irgendwie nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Verglichen mit einem 13 MP Gerät bleibt es eben nur bei den 4 von HTC. Weniger ist in diesem Fall nicht wirklich mehr. Ja, die Farben sind recht schön anzusehen, aber was nutzt einem das, wenn die Bildgröße dann so klein ausfällt und kleine Details dann kaum zu erkennen sind? Was uns noch aufgefallen ist, ist dass am rechten Rand die Bilder oftmals unscharf ausfallen und am linken Rand dafür alles ziemlich normal aussieht.

Ein weiterer Punkt, der aber positiv ausfällt ist, dass dadurch die Photos ca 1,3 MB an Speicher wegnehmen. Zoe, eine Art Bildbearbeitungssoftware, ist auch noch ein nettes Gimmick. Zum Beispiel kann man im Zoe Modus Videos in Zeitlupe aufnehmen oder Bilder zu einem netten kleinen Video zusammenschneiden und im Web veröffentlichen. Neben NFC und LTE zum schnellen Datenverkehr ist auch der neueste WLAN-Standard integriert. Coole Idee: Im Ein/Ausschalter befindet sich ein Infrarot-Sender, mit dem das HTC One im Handumdrehen zur Universalfernbedienung wird.

Technische Daten (Auszug)

ProzessorQuad-Core Qualcomm Snapdragon 600
Arbeitsspeicher2 GB
Speicherwahlweise 32 GB oder 64 GB interner Speicher
Display4,7 Zoll FullHD Display 1920 x 1080 Pixel bei 468 ppi
Digitalkamera4-Megapixel mit LED Blitz; „Zoe Ultrapixel-Kamera“
DatenübertragungBluetooth 4.0, WLAN 802.11 a/b/g/n, HSDPA
Akkuleistung2300 mAh
Gewicht143 Gramm
BetriebssystemAndroid 4.1 Jelly Bean
AbmessungenHöhe: 137,4mm / Breite: 68,2mm / Tiefe: 9,3mm

Fazit:

Das Gerät ist ein echter Allrounder und muss sich keineswegs vor seiner Konkurrenz verstecken. Das Alu-Gehäuse ist in seiner Einfachheit schön anzusehen und fühlt sich toll in der Hand an, vor allem auch wegen seiner konvergenten Form. Über die Tatsache, dass Mobilfunksignale etwas abgeschwächt werden durch das Blech, kann man hinwegsehen. Die Displayauflösung und der Sound sind für Mobilgeräte neu gewonnenes Land und bestechen durch Brillianz und Klarheit. Wer nicht allzu häufig photographiert, wird mit der Kamera zufrieden sein. Sie tut eben was sie tun soll und liefert für Hobbyphotographen ziemlich gute Bilder. Alles in allem ein super High-End-Gerät, mit dem man sicher sehr viel Spaß haben kann. In Sachen Pixeldichte, Leistung und Schnelligkeit reicht dem Full-HD-Handy momentan niemand das Wasser.


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